Lesen sie mehr über die 8 häufigsten Pilzkrankheiten im Rasen

Echter Mehltau

Echter Mehltau

Merkmale: Watteartiger, weißlich-grauer Belag auf dem Rasen. Bei fortgeschrittenem Befall mit Echtem Mehltau können sich innerhalb des Belags kleine schwarze Punkte zeigen.

Auslöser: Der Echte Mehltau ist der Pilz Blumeria graminis. Er breitet sich bevorzugt bei feuchtwarmer Witterung aus. Schattige Lagen begünstigen einen Befall mit der Pilzerkrankung.

 Bekämpfung: Anti-Pilz-Mittel (Fungizide) sind nicht zugelassen. Sorgen sie daher für einen regelmäßigen Rasenschnitt und für eine optimale Bodenbelüftung. Eine ausreichende Versorgung mit Phosphor und Kalium stärkt ebenfalls den Rasen. Vermeiden sie jedoch eine Überdüngung mit Magnesium, Stickstoff und Kalzium , dies kann die Rasenkrankeit fördern. Sofern möglich, schaffen sie Lichtzufuhr, z.B. durch Schneiden von Bäumen für diejenigen Teilstücke des Rasens, welche im Schatten liegen.

Schneeschimmel

Schneeschimmel

Merkmale: Schneeschimmel tritt meist im Frühjahr auf bei kühlen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Charakteristisch sind graue oder bräunliche Flecken im Rasen die bis zu einer Größe von 40 bis 50 cm anwachsen können.

Ursache: Es handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die meist bei geschwächtem Rasen entsteht. Dies kann auf eine Überdüngung mit Stickstoff im Herbst oder durch Staunässe aufgrund von verfilztem Boden oder auch durch einen zu hohen Boden-pH-Wert im alkalischen Bereich zurückgeführt werden.

Bekämpfung: Schneeschimmel ist schwer zu behandeln. Meist verschwindet der Erreger bei Temperaturen oberhalb der 20 Grad von ganz alleine, da der Erreger dann inaktiv wird. Der Rasen beginnt dann selbst zu regenerieren. Vorbeugend kann man seinen Rasen im Herbst ausreichend mit Kalium düngen und eine Überdüngung mit Stickstoff im Herbst vermeiden. Regelmäßiges Vertikutieren, Sanden und Entfernen von Rasenschnitt und Laub machen ihren Rasen widerstandsfähiger gegen Schneeschimmel.

Dollarfleckenkrankheit

Dollarfleckenkrankheit

Merkmale: Die Dollarfleckenkrankheit zeichnet sich in der Frühphase durch kleine bräunlich-gelbe Flecken mit einem Durchmesser von 1 bis 2 cm aus und kann sich im weiteren Verlauf schnell entwickeln. Teilweise verbinden sich die Schadstellen auch. Der Rasen stirbt dabei in der Regel schnell ab.

Ursache: Erreger ist der Pilz Sclerotinia homoeocarpa . Begünstigt wird das Pilzwachstum durch eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 20 °C in Verbindung mit verstärkter Taubildung in den frühen Morgenstunden.

Bekämpfung: Es gibt eine Reihe chemischer Wirkstoffe, die gegen die Dollarfleckenkrankheit wirken. Vorbeugend können sie mit einer Kaliumdüngung im Frühjahr und mit einer ausreichenden Stickstoffversorgung ihren Rasen widerstandsfähiger gegen diese Krankheit machen.

Achten sie generell auf eine gute Rasenpflege, in dem sie oft Mähen und Vertikutieren. Die Übertragung der Krankheit erfolgt oft durch Pilzsporen an den Schuhsohlen. Reinigen sie daher bei Befall immer wieder ihre Schuhsohlen, damit die Sporen nicht weitergetragen werden und weitere Rasenbereiche befallen können.

Schwarzbeinigkeit

Schwarzbeinigkeit

Merkmale: Die Rasenkrankheit tritt eher im Sommer und Herbst auf, ist jedoch eher selten und man findet sie überwiegend auf Golfplätzen. Charakteristisch sind gelbliche Ringe, die bis zu einem Meter Durchmesser haben können. Oft sind diese Ringe von zerstörtem und abgestorbenem Gras umgeben.

Ursache: Auch hierbei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, welche die Wurzeln befällt. Durch diese Beschädigung entstehen auch die Verfärbungen im Grün. Oft ist nasser Boden schuld an der Verbreitung in Verbindung mit zu hohen ph-Werten.

Bekämpfung: Die Krankheit ist nur schwer zu bekämpfen. Achten sie auf regelmäßige Rasenpflege und vermeiden sie Kalkungen, da diese den ph-Wert des Bodens weiter anheben würden. Sorgen sie durch Entfernen von Verfilzungen für guten Ablauf des Wassers, denken sie ggfs auch über eine Drainage nach.

Rotspitzigkeit

Rotspitzigkeit

Merkmale: Die Rotspitzigkeit kann grundsätzlich alle Arten von Rasenflächen betreffen. Sie wird gekennzeichnet von unregelmäßigen Flächen, die meist rötlich bis rosa sind. Oft ist nur der obere Teil des Halmes betroffen. Im weiteren Verlauf wird rosafarbenes Pilzgewebe mit rot-bräunlichen Fäden sichtbar, die zwischen den Halmen liegen. Es ist eine Ganzjahreskrankheit, die ab einer Temperatur von 5 Grad Celsius auftreten kann. 

Ursache: Oft wird die Krankheit durch Verfilzung oder Moos begünstigt. Es ist eine Pilzerkrankung, die bei feuchtwarmer Witterung auftreten kann und deren Wachstum durch Stickstoffmangel im Boden beschleunigt wird.

Bekämpfung: Versorgen sie ihren Rasen daher vorbeugend bereits während des Sommers mit ausreichend Stickstoff und anderen wichtigen Bodennährstoffen wie Kalium und Phosphor. Empfehlen können wir in diesem Zusammenhang einen Rasenuniversaldünger. Düngen sie am besten bei ausreichend feuchtem Boden.

Ansonsten achten sie auf freie Rasenflächen und entfernen sie Äste, Blätter oder Laub, denn diese begünstigen generell Pilzkrankheiten. Vertikutieren sie ihren Rasen zudem ausreichend, denn dies macht ihr Grün ebenfalls widerstandsfähiger gegen jegliche Art von Pilzbewuchs.

Blattfleckenkrankheit

Blattfleckenkrankheit

Merkmale: Man erkennt die Blattfleckenkrankheit an Flecken auf den Grashalmen. Diese können in den unterschiedlichsten Farben auftreten. Die Krankheit ist eine der häufigsten Rasenkranheiten, an sich  jedoch verläuft diese meist glimpflich und es besteht kein hohes Schadpotential am Rasen. Die Krankheit kann ganzjährig auftreten.

Ursache: Verantwortlich sind erneut Pilze, die bei feuchtwarmer Witterung ideale Lebensbedingungen vorfinden. Meist wird abgestorbenes Gewebe von den Pilzen befallen und breitet sich über Sporen auf dem gesamten Rasen aus. Es ist durchaus auch möglich, dass Pilzsporen durch Wind oder auch Saatgut auf den Rasen gelangen.

Bekämpfung: Auch bei der Blattfleckenkrankheit kann man im Grunde nur vorbeugen und nicht direkt behandeln. Vermeiden sie es ihren Rasen unnötig oft zu wässern und lassen sie keinen Rasenschnitt, Blätter, Äste oder Laub auf dem Grün liegen, damit kein Nährboden für Pilze entstehen kann.

Hexenringe

Hexenringe

Merkmale: Hexenringe zeichnen sich durch ringförmige Strukturen im Rasen aus, meist ist das Gras in den Randbereichen etwas dunkler und hat ein verstärktes Wachstum. Teilweise haben die Hexenringe einen Durchmesser von vielen Metern.

Ursache: Hexenringe können durch verschiedene Pilze hervorgerufen werden. Diese Pilze setzen im Randbereich vermehrt Stickstoff frei, welcher das Wachstum in diesem Bereich begünstigt. Die die Hexenringe verursachenden Pilzarten sind in vielen Rasenflächen vorhanden, zum Ausbruch kommt es jedoch immer nur dann, wenn der Rasen durch verfilzten und verdichteten Boden oder auch durch erheblichen Nährstoffmangel geschwächt ist.

Bekämpfung: Sind innerhalb und im Randbereich Pilze überirdisch sichtbar, so müssen diese entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung durch Sporen zu verhindern. Vertikutieren sie zudem stark verfilzten Rasen regelmäßig und machen sie ihren Rasen widerstandsfähiger. Sollte das Vertikutieren keine Abhilfe schaffen, so sollten Sie den Rasen lockern und gründlich aufbereiten und danach an dieser Stelle neu anlegen (siehe Kapitel Neuanlage eines Rasens). Bitte denken sie auch an eine regelmäßige und ausreichende Düngung zur Prävention von Hexenringen.

Rostpilz

Rostpilz

Merkmale: Der Rostpilz ist eine weit verbreitete Pilzerkrankung. Meist ist der Rasen dadurch eher leicht betroffen, schwere Verläufe sind eher selten. sind dagegen eher selten. Man erkennt den Rostpilz an braunen oder orangefarbenen Flecken auf den Halmen. Rostbefall tritt überwiegend im Sommer und im Herbst auf.  

Ursache: Zu langer Rasen kann Ursache für Rostpilz sein, da dieser zu schlecht trocknen kann. Gefördert wird das Wachstum der Pilze durch feuchtwarmes Klima.

Bekämpfung: Es helfen keine chemischen Mittel, daher geht es verstärkt um Prävention. Hierzu gehört der regelmäßige Rasenschnitt auf 4 cm. Entfernen sie zudem alle Fremdkörper, wie Äste oder Laub, auf ihrem Rasen. Bewässern sie den Rasen möglichst in den Morgenstunden, damit die Abtrocknung im Laufe des Tages erfolgen kann. Sorgen sie zudem für eine gute Nährstoffversorgung und einen optimalen Boden-pH-Wert zur Widerstandsfähigkeit des Rasens gegen Pilzerkrankungen.      

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