Rasenirrtümer

1. Den Rasen vor dem Urlaub immer ganz kurz schneiden

Bitte schneiden sie den Rasen auch vor einem anstehenden Urlaub nicht kürzer als die empfohlenen 4 cm.  Durch einen zu tiefen Schnitt wird der Rasen geschwächt und ist anfälliger gegenüber starker Sonneneinstrahlung. Mähen sie nach ihrem Urlaub das Gras in mehreren Etappen und beachten sie hierbei die Drittel-Regelung hin zu den empfohlenen 4 cm. Lesen sie mehr im Kapitel Rasen mähen.

2. Vertikutieren dient der Lockerung des Bodens

Dies ist im klassischen Sinne nicht richtig, denn beim Vertikutieren wird der Boden lediglich angeritzt. Tieferes Eindringen in den Boden würde sonst das Wurzelwerk der Gräser beschädigen.

Die Aufgabe des Vertikutierens ist vielmehr Filz aus Schnittresten, Moos und auch Unkraut aus dem Rasen zu kämmen. Der Rasen bekommt dadurch wieder Luft und Licht und wächst besser.

Mehr erfahren sie im Kapitel Rasen vertikutieren.

3. Die Qualität des Saatgutes spielt keine Rolle

Hier sparen sie am falschen Ende. Natürlich gibt es Saatgut heute schon zu sehr günstigen Preisen, denken sie aber daran, dass günstiges Saatgut ihnen oft eine Menge an Mehrarbeit und Zeit kostet.

Grund dafür ist, dass günstige Saatmischungen oft einen hohen anteil an Futtergräsern enthalten. Die keimen und wachsen sehr schnell, müssen daher aber auch viel häufiger gemäht werden. Und trotz des erhöhten Mehraufwands bringen sie oft nicht das gewünschte Ergebnis.

Wir empfehlen ihnen daher gerade beim Saatgut ausschließlich Qualitätssorten. 

4. Wenn ich nicht dünge, erhalte ich von alleine die gewünschte Blumenwiese

Bunte Blumenwiesen, wachsen nur auf mageren Böden. Gartenböden hingegen sind meist sehr nährstoffreich. Nur wenige Wildkräuter wie Löwenzahn, Gänseblümchen oder Margeriten können sich gegen die Gräser durchsetzen. Es gibt im Handel zwar spezielle Blumenrasen-Saatmischungen mit besonders niedrig wachsenden Gräsern, doch diese können meist gegen die Gräser nicht ihre Wirkung entfalten. 

Im Grunde hilft daher nur die Bearbeitung des Bodens durch Abmagerung in Form der aufwendigen Zugabe von Sand und Kies.

5. Der Rasen muss im Sommer ständig gewässert werden

Hier gilt, lieber weniger wässern aber intensiv als häufig mit kurzer Intensität. Entscheidend ist, dass der Boden mindestens 15 cm tief durchfeuchtet wird. Dafür müssen 15 bis 20 Liter Wasser auf den Quadratmeter rieseln.

Erfolgt das Wässern häufig mit nur geringen Mengen, so gewöhnen sich die Gräser daran, das Wasser an der Bodenoberfläche zu finden und werden keine tiefen Wurzeln bilden können (Gras wird bei Trockenheit schneller gelb). Lesen sie mehr im Kapitel Rasen wässern.

6. Wer viel düngt, muss auch viel Mähen

Wir empfehlen ihnen den Einsatz von Langzeitdüngern, da diese ihre Nährstoffe gleichmäßig und über einen längeren Zeitraum verteilen.

Nutzen sie hingegen schnelllösliche Mineraldünger wie z.B. Blaukorn, wächst das Gras binnen kürzester Zeit und man kommt mit dem Mähen nicht mehr hinterher. Nachteil ist, dass die Nährstoffe schnell verbraucht sind und Folgedüngungen notwendig werden. Hier finden sie Zusatzinformationen zum Thema Rasen düngen.

Durch die Nutzung von Langzeitdünger verlängern sie die Mähintervalle deutlich. 

7. Ohne Chemie kann der Rasen nicht schön werden

Das stimmt so sicherlich nicht, denn durch die Nutzung von organischem Dünger kann man sicherlich gleich gute Ergebnisse erzielen. Zudem empfiehlt sich eine etwas häufigere Düngung sowie eine Herbstdüngung mit einem kalibetonten Düngemittel.

Haben sie Anmerkungen oder Fragen. Kennen sie weitere Irrtümer, die hier nicht aufgeführt sind? Wir sind gerne bereit die Liste fortzuführen. Damit helfen sie allen Rasenliebhabern, für die richtige Pflege ihres Grüns zu sorgen. Wir freuen uns auf ihr Feedback, nutzen sie hierfür unser Kontaktformular.

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